Neues Gotteslob & Teil-Probepublikation …

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Neues Spiel – neues Glück!

Katholische Gemeinden testen die Teil-Vorauspublikation eines neuen Gebet- und Gesangbuches Am ersten Adventssonntag ist es soweit. Die Stammteil-Vorauspublikation des vermutlich nach 2010 erscheinenden „Gotteslob“ wird in Testgemeinden bis zum Pfingstfest 2008 erprobt, besprochen und bewertet. Insgesamt wurden 188 Gemeinden der 37 beteiligten Bistümer ausgewählt, in denen über die konkrete Gottesdienstgemeinde hinaus jeweils bis zu zehn Familien, ein Kreis von ca. 20 aktiven Gemeindemitgliedern, pastorale Mitarbeiter und nicht zuletzt die Kirchenmusiker zu Wort kommen werden. Die Erfahrungen dieser gemeindlichen Gruppen werden maßgeblich in die weiteren Entscheidungsprozesse einbezogen. Die anstehenden Aufgaben erfordern ein hohes Maß an Sensibilität, Verantwortungsbewusstsein und dialogischer Grundveranlagung.

Viele Mühen und Brüche der Arbeit am „Gotteslob“ von 1975 sind in Erinnerung geblieben. Als wenig sinnvoll hat es sich beispielsweise erwiesen, dass einige Bistümer in ihren Eigenteil sogar einzelne Stammteillieder mit einer alten und somit konkurrierenden Text- oder Melodiefassung aufnahmen. Andererseits waren die Veränderungen an einer Vielzahl der Stammteilgesänge derart einschneidend, dass viele Gemeinden große Mühen hatten, die zum Teil erheblich veränderten Rhythmen, Melodien und Texte singen zu können. Hier stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, die zur Verfügung stehende Energie vollständig zum Einüben neuer Gesänge zu nutzen. Die Lernpsychologie weiß bereits seit langem, dass Umlernen aufwändiger ist.

Ohne Zweifel wird eine Vielzahl neuer Gesänge mit dem neuen „Gotteslob“ zur Verfügung stehen. Das Reizthema „Neues Geistliches Lied“ wird dabei sicherlich nicht nur in der kirchenmusikalischen Szene – zum Teil auch mit Reflexen und Klischees – kontrovers diskutiert werden. Gleichwohl muss zur Kenntnis genommen werden, dass von den Gottesdienstbesuchern diese in den letzten 40 Jahren entstandenen Gesänge explizit gewünscht werden. Die sog. Akzeptanzerhebung zum Stammteil des „Gotteslob“ vom Herbst 2003 ergab diese Ausrichtung in eindeutiger Form. Auf die Verantwortlichen kommt jetzt die undankbare Aufgabe zu, hier Gutes vom Gutgemeinten zu trennen und im Einzelfall weise zu entscheiden. Eines steht nämlich offensichtlich fest: Einige Lieder des jetzigen „Gotteslob“ werden 2010 nicht mehr zu finden sein. Wie wird aber die endgültige Schnittmenge aussehen? Und vor allem: Wie werden die zukünftigen Eigenteile der Bistümer gestaltet werden? Die Spannung steigt.

weitere Informationen über die Teil-Probepublikation incl. der detaillierten Auflistung der dort verwendeten Lieder und Gesänge (siehe unter „Mehr anzeigen“)

Für den in der Überzahl nebenamtlichen Organisten, der auf Harmonisierungsvorlagen zurückgreifen will, wird das zukünftige Orgelbuch von besonderer Bedeutung sein. Dessen Bedürfnissen als Herausgeber gerecht zu werden, kommt der Aufgabe einer Quadratur des Kreises gleich. Einerseits soll der Orgelsatz des betreffenden Liedes auch für Organisten mit übersichtlichem technischen Vermögen spielbar sein, andererseits wird gerade von diesem Satz verlangt, dass er auf Jahre hin das harmonisierte Lied repräsentativ darstellen kann. Ein notgedrungenes Ausweichen des nebenamtlichen Organisten auf eine eigene mit Satzfehlern behaftete und häufig auch unrhythmische Harmonisierung (die man gelegentlich auch bei hauptamtlichen Kräften hören kann) käme niemandem zugute. Hiermit wäre dann aber auch das Thema einer besseren Aus- oder Fortbildung nebenamtlicher Kirchenmusiker angesprochen. Dieses Spannungsfeld könnte zweifelsohne auch zum ersten Advent angegangen werden. Rein theoretisch.

Wir wünschen den Beteiligten Weisheit und Maß. Gutes Gelingen und nicht zuletzt Gottes Segen!  (mpk)

MuTh-Artikel aus 2007

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